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Neue Runde für die Streitschlichter

Wie schlichtet man einen Streit, ohne selbst mittendrin zu landen? Wie hört man richtig zu, wenn zwei gleichzeitig reden wollen? Und was macht man, wenn plötzlich niemand mehr weiß, worum es eigentlich ging? Mit diesen und vielen weiteren Fragen im Gepäck machten sich die Schulsozialarbeiterin und drei Schüler der 6. und 7. Klassen vom 7. bis 9. Oktober 2026 auf den Weg ins Streitschlichtercamp nach Papstdorf in der Sächsischen Schweiz. Drei Tage lang hieß es dort: Neues lernen, gemeinsam lachen und herausfinden, wie man bei Streitigkeiten an unserer Schule helfen kann.

Streitschlichten will gelernt sein!

In insgesamt 16 Unterrichtsstunden beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen der Schülerstreitschlichtung. Dabei wurde schnell klar: Ein Streit lässt sich nicht einfach mit einem „Vertragt euch doch mal!“ aus der Welt schaffen. Gute Streitschlichter brauchen Geduld, Einfühlungsvermögen und vor allem die Fähigkeit, gut zuzuhören.

Besonders intensiv übten die Schülerinnen und Schüler den Ablauf eines Schlichtungsgesprächs. Wie begrüßt man die Streitenden? Wie sorgt man dafür, dass jeder seine Sicht der Dinge erzählen kann? Wie stellt man die richtigen Fragen, ohne Partei zu ergreifen? Und wie können die Streitenden eine Lösung finden, mit der sie beide zufrieden sind?

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Natürlich blieb es nicht nur bei der Theorie. In praktischen Übungen schlüpften die Jugendlichen in verschiedene Rollen und probierten aus, wie man ein Schlichtungsgespräch moderiert. Dabei wurde deutlich, dass es manchmal gar nicht so leicht ist, ruhig und neutral zu bleiben – besonders dann, wenn ein schuldiger schnell gefunden scheint. Aber in einer kleinen "Märchenstunde" erkannten wir: Hör dir die Geschichte auch immer aus Sicht des Wolfes an, nicht nur aus Sicht des Rotkäppchens. 

Denn genau darum ging es: Konflikte besser verstehen, gemeinsam Lösungen entwickeln und lernen, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Zwischen Konfliktlösung und Volleyball-Action

Zum Glück bestand das Camp nicht nur aus Workshops und Unterricht. Schließlich braucht auch ein angehender Streitschlichter mal eine Pause vom Zuhören, Fragenstellen und Vermitteln!

Die wunderschöne Umgebung von Papstdorf lud zu Wanderungen durch die Sächsische Schweiz ein. Außerdem wurde fleißig Volleyball und Fußball gespielt. Dabei zeigte sich: Teamgeist ist nicht nur beim Streitschlichten wichtig, sondern auch dann, wenn der Ball mal wieder ganz woanders landet als geplant.

Auch das gemeinsame Essen gehörte natürlich dazu. Hier konnten alle neue Energie tanken, miteinander ins Gespräch kommen und die Erlebnisse des Tages teilen.

Am Abend wurde es dann spannend: Bei „Black Stories“ rauchten die Köpfe, während die Gruppe versuchte, rätselhafte Geschichten mithilfe geschickter Fragen zu lösen. Und bei „Werwolf“ war plötzlich Misstrauen angesagt: Wer spielt ein falsches Spiel? Wem kann man trauen? Und wer schafft es, überzeugend unschuldig zu schauen? Ganz nebenbei waren auch hier genaues Zuhören, geschicktes Fragen und das Beobachten anderer gefragt – Fähigkeiten, die auch bei einer Streitschlichtung helfen können.

Mit neuen Fähigkeiten zurück an die Schule

Nach drei erlebnisreichen Tagen kehrten unsere drei Schülerinnen und Schüler mit vielen neuen Eindrücken, praktischen Erfahrungen und einer wichtigen Erkenntnis zurück: Ein Streit muss nicht in Beleidigungen, Wut oder einer endlosen Diskussion enden. Oft hilft es schon, wenn jemand neutral bleibt, beiden Seiten zuhört und sie dabei unterstützt, selbst eine Lösung zu finden.

Genau dafür sind Schülerstreitschlichter da. Sie sind keine Richter, verteilen keine Strafen und entscheiden auch nicht, wer „schuld“ ist. Sie helfen den Beteiligten vielmehr, miteinander ins Gespräch zu kommen und einen fairen Weg aus dem Konflikt zu finden.

Das Streitschlichtercamp hat gezeigt, dass man dafür einiges lernen muss – aber dass Lernen auch jede Menge Spaß machen kann. Unsere drei Teilnehmer haben wichtige Grundlagen für ihre zukünftige Aufgabe gesammelt und konnten gleichzeitig erleben, wie viel man gemeinsam erreichen kann.

Du hast Lust, anderen zu helfen, kannst gut zuhören oder möchtest lernen, wie man Streit fair löst? Dann könnte eine Ausbildung zum Schülerstreitschlichter genau das Richtige für dich sein!

Und wenn es bei dir und jemand anderem einmal kracht, gilt: Du musst nicht warten, bis aus einer kleinen Meinungsverschiedenheit ein riesiger Schulhof-Krimi wird. Nutze die Möglichkeit einer Streitschlichtung! Genaue Infos dazu findest du im Schaukasten der Schulsozialarbeit neben dem Raum 007a. 

Denn manchmal braucht es keinen Sieger und keinen Verlierer – sondern einfach jemanden, der dabei hilft, dass wieder Frieden einkehrt.

 

(Text/Fotos: Sarah Hartmann; Text unterstützt mit KI; Stand: 26.10.2026)