Ernst Rietschel

Sein Leben in Kurzform:

  • geboren am 15.12.1804 in Pulsnitz, Badergassse 78 (heute Rietschelstraße 16)
  • gestorben am 21.02 1861 in Dresden

rietschelSchon mit 6 Jahren begann er durch die künstlerische Ausgestaltung von Schießscheiben, Grabkreuzen, Tischdecken, Stammbüchern etc. zum Unterhalt der Familie beizutragen.

1819 begann er eine kaufmännische Lehre, die er aber nach wenigen Wochen abbrach.

Mit 16 Jahren wurde er Mitglied der Sächsischen Kunstakademie zu Dresden.

Im November 1826 Umzug von Dresden nach Berlin. Dort ging er bei Daniel Christian Rauch in die Lehre.

Am 05.08.1830 trat Ernst-Rietschel eine Reise nach Italien an. Er ging in Städte, wo vor allem ältere Kunst und Kultur studieren konnte (z.B.: Venedig, Rom, Florenz).

Am 12.10.1832 heiratet er Albertine Trantschold und zieht zurück nach Dresden. Am 20. September 1833 wird Rietschels erste Tochter Adelheid geboren. Am 11.07.1835 stirbt seine Frau kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Johanna.

Im Januar 1836 wird Ernst Rietschel zum ordentlichen Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt, im März zum Ehrenmitglied der Kunstakademie in Wien.

Am 02.11.1836 heiratet Rietschel seine zweite Frau Charlotte Carus, Sie bringt seinen Sohn Wolfgang zur Welt. Nach zwei Jahren Ehe stirbt sie.

Am 02.05.1841 heiratet er Maria Hund. Mit ihr hat Ernst Rietschel zwei gemeinsame Söhne: Georg (10. Mai 1842) und Hermann (19. April 1847). Am 18.07.1847 stirbt auch seine dritte Frau.

1850 wird Ernst Rietschel Ehrenmitglied der Münchner Akademie und man ernennt ihn Mitte Dezember zum korrespondierenden Mitglied der Pariser Akademie.

Am 30.04.1851 erfolgt die Eheschließung mit Friederike Oppermann.

Im September 1851 reist Rietschel nach Sizilien, um seine Lungenkrankheit zu heilen

Am 4. Juli 1853 erblickt seine Tochter Gertrud das Licht der Welt.

1856 wird er zum Ehrenmitglied der Stockholmer Akademie ernannt.

Im Mai 1858 wählt man ihn zum Ritter des preußischen Ordens Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste. Es schließen sich die Ernennungen zum Ehrenmitglied der Akademien von Brüssel und Kopenhagen, ferner zum Mitglied des Institut de France und der römischen Accademia di San Luca an.

1860 Rietschel wird zum Ehrenmitglied der Antwerpener Akademie ernannt. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide

Am 21. Februar 1861 erliegt Ernst Rietschel seinem langjährigen Lungenleiden. Er wird am 24. Februar auf dem Dresdner Trinitatis-Friedhof (an der Westmauer) beigesetzt.

 

Bedeutende Werke von Ernst Rietschel

Ernst Rietschel schuf ca. 230 Kunstobjekte, vor allem Denkmalplastiken, Bauplastiken, Porträts und Grabdenkmäle. Hier eine kleine Auswahl:

  • Neptun-Figur für eine Brunnenanlage in Nordhausen (1828) (Ein Nachguss von 1838 steht vor der Remise des Schlosses Klein-Glienicke, Berlin.)
  • König-Friedrich-August-Denkmal in Dresden (1828–1835; seit 2008 auf dem Schlossplatz)
  • Büsten und Reliefs für die Aula des Augusteums in Leipzig (1833–1836)
  • Giebelreliefs für das Königliche Hoftheater Dresden (um 1841; 1869 durch Brand zerstört; aus der Ruine geretteter Rietschelgiebel 1905 als Spolie in Bautzen wiederverwendet)
  • Giebelrelief am Opernhaus Unter den Linden in Berlin (1844)
  • Pietà in Marmor für die Friedenskirche in Potsdam (1847–1854)
  • Lessing-Denkmal in Braunschweig (1849/1853) (Ausführung durch Georg Howaldt in Braunschweig)
  • Gellert-Denkmal in Hainichen (Modell 1855; Ausführung erst 1865 durch Friedrich Wilhelm Schwenk)
  • Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar (1856)
  • Quadriga mit Brunonia für das Braunschweiger Schloss (1857) (Ausführung durch Georg Howaldt in Braunschweig)
  • Carl-Maria-von-Weber-Denkmal in Dresden (1858)
  • Lutherdenkmal in Worms (1858 Auftragsvergabe, ab 1861 nach Rietschels Konzept unter Beteiligung seiner Schüler Adolf von Donndorf, Johannes Schilling und Gustav Adolph Kietz weitergeführt und 1868 eingeweiht) 

Ein ausführlicher Lebenslauf sowie eine vollständige Liste seiner Werke sind auf den Webseiten des "Ernst-Rietschel-Kulturring e.V." oder des Projekts "Deutsche Biografie" zu finden.

Bildquelle: Westermann Monatshefte, Bd. 15 (1863/64), S. 436

   
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