Der Popchor im Trainingslager

Wenn man richtig gut sein will, so muss man auch etwas dafür tun. Genau das sagten sich 20 Schülerinnen und Schüler des Popchors „Swingende Teufel“ der OS Pulsnitz und dessen Technik-Crew und machten sich auf den Weg in die Jugendherberge „Gerberbastei“ in Bautzen. Nicht allzu weit weg von zu Hause, aber weit genug, um mal richtig üben zu können.

Bautzen war schnell erreicht. Allerdings konnte unser Bus nicht direkt vor der Herberge halten, zu verwinkelt ist  die Altstadt von Bautzen. Damals wurde nur an Kutschen gedacht, nicht aber an Fahrzeuge dieser Größenordnung. Also sorgten die knapp 500m Fußmarsch zur Herberge über historisches Kopfsteinpflaster mit dem gesamten Gepäck und der mitgenommenen Technik für ein erstes Highlight, wenn auch nicht im erwarteten Sinne.

Angekommen hieß es dann: Zimmer finden und Betten beziehen. Für den einen oder anderen eine ungewohnte Herausforderung. So lohnte es sich kaum noch, vor dem Mittag mit den Proben zu beginnen. Lediglich die Techniker nutzten die Zeit zum Aufbau. Deshalb ging es gleich ins Stadtzentrum. Mittagessen und eine kleine Dosis Shopping waren angesagt. Danach war es endlich soweit: singen, Choreografien üben, Texte lernen. Schnell waren über 3 Stunden intensiver Probenzeit vorbei. Nach dem gemeinsamen Abendessen stand noch eine vierte Stunde Proben auf dem Tagesplan. Dann war‘s aber genug. Auf den Zimmern gab es noch die für den ersten Tag üblichen kleinen oder größeren Probleme oder was dafür gehalten wurde. Noch vor Mitternacht war Ruhe eingekehrt.

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Frühstück auf der Terasse der Jugendherberge

 

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  Synchron tanzen ist gar nicht so einfach

 

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Singen und Bewegung ist ein Markenzeichen unseres
Popchores

 

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  Der Übungsraum bot viele Möglichkeiten...

Der Morgen danach begann etwas ruhiger als zu gewöhnlichen Schulzeiten. Zu der Zeit, in der sonst die 3. Stunde beginnt, startete auch unser Probenmarathon. Intensiv und fast ohne Unterbrechung ging es von Titel zu Titel. Lediglich mittags gönnten wir uns eine etwas längere Pause. Vor dem Abendessen konnten wir uns und den strapazierten Stimmen ein wenig Ruhe gönnen. Wer aber jetzt dachte, danach ist Schluss mit der Arbeit, hatte sich getäuscht. Die Techniker hatten sich wieder etwas einfallen lassen und es unter Ausnutzung moderner Kommunikationsmittel und des täglichen Arbeitsweges unserer stellvertretenden Schulleiterin geschafft, einen Filmabend vorzubereiten. Gemeinsam sahen wir uns den Film „Rock It“ an, aus dem einige der geprobten Lieder stammen. Große Leinwand, satter Ton und jede Menge Chips, fast wie im richtigen Kino. Natürlich wurde kräftig mitgesungen. Und so ganz nebenbei lernten wir die Geschichte rund um diese Titel kennen.

Selbstverständlich darf der Spaß auf solch einer Fahrt nicht fehlen. Bis zur offiziellen Nachtruhe wurde nochmal so richtig abgerockt. Ein Glück, dass unser Übungsraum durch seine 3m dicken Turmwände sowohl bau- als auch lärmtechnisch ‘ne Menge aushält. So ging auch der zweite Tag viel zu schnell vorbei.

Am letzten Tag stand nach dem Frühstück das Koffer packen an, denn 10 Uhr mussten die Zimmer geräumt sein. Wir hatten es schon eine Stunde früher geschafft! Da uns unser Probenraum noch bis kurz nach Mittag zur Verfügung stand, lagerten wir unser Gepäck dort ab. Frau Kitzing hatte noch 2 Stunden Zeit, um unsere Trefferquote bei den Tönen und die Feinheiten der Choreografie zu verbessern. Mit dem Mittagsläuten der benachbarten Kirchenglocken endete auch unser Chorlager. Die Heimreise verlief unspektakulär, lediglich der Busfahrer gab noch eine Ehrenrunde aus. (Hier hätte ich eigentlich abbiegen müssen...)

In einer kleinen „Feedback-Runde“ konnte jedes Chormitglied seine Eindrücke schildern, Lob und Kritik äußern. Besonders positiv empfanden wir, dass man über eine längere Zeit zusammenhängend üben konnte. Kein schlauchender Unterricht am Vormittag oder der Schulbus, den man am Nachmittag schaffen muss. Ganz nebenbei lernten wir uns und unsere Stärken, Schwächen und Marotten besser kennen. Alle waren der Meinung, dass so ein Chorlager einerseits ganz schön anstrengend ist, andererseits aber auch viel Spaß macht UND viel mehr als an einem Chornachmittag zu schaffen ist. Hoffentlich klappt es vor dem Weihnachtsprogramm wieder. Die Jugendherberge hat jedenfalls noch genügend freie Plätze. Dumm nur, dass ein Trainingslager auch Geld kostet. Diesmal konnten wir auf die Gelder aus dem Projekt "Genial - Sozial" zurückgreifen. Vielleicht finden sich für das nächste Mal ein paar Sponsoren, die einen Teil der Kosten übernehmen.

(AG)

   
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